Ein Sturz, eine Operation, ein Schlaganfall: Nach einem Krankenhausaufenthalt kann sich die Situation eines Angehörigen von einem Tag auf den anderen verändern. Während die Klinik bereits die Entlassung plant, bleibt für Familien oft wenig Zeit, die Versorgung zu Hause vorzubereiten.
Das Entlassmanagement der Klinik nutzen
Jedes Krankenhaus in Deutschland ist gesetzlich verpflichtet, ein Entlassmanagement anzubieten. Der Sozialdienst der Klinik unterstützt bei der Organisation der Anschlussversorgung – etwa bei der Vermittlung von Kurzzeitpflege- oder Reha-Plätzen. Fragen Sie frühzeitig danach und nennen Sie konkret, was zu Hause fehlt.
Schritt 1: Den tatsächlichen Unterstützungsbedarf klären
Sprechen Sie mit den behandelnden Ärzten und dem Pflegepersonal: Wie mobil wird Ihr Angehöriger nach der Entlassung sein? Werden Verbandswechsel, Medikamentengabe oder Unterstützung bei der Körperpflege nötig? Diese Einschätzung ist die Grundlage für alles Weitere.
Schritt 2: Kurzfristig einen Pflegedienst organisieren
Wenn ambulante Unterstützung nötig ist, sollte die Suche nach einem Pflegedienst so früh wie möglich beginnen – idealerweise, sobald der Entlassungstermin feststeht. In vielen Regionen sind die Kapazitäten begrenzt, sodass Vorlaufzeit entscheidend ist.
Schritt 3: Hilfsmittel rechtzeitig bestellen
Pflegebett, Rollator, Toilettensitz oder Duschhocker müssen oft schon am Entlassungstag zur Verfügung stehen. Ärztliche Verordnungen für Hilfsmittel können bereits während des Krankenhausaufenthalts ausgestellt werden – fragen Sie aktiv danach.
Schritt 4: Pflegegrad beantragen oder Höherstufung prüfen
Liegt noch kein Pflegegrad vor, sollte der Antrag unmittelbar gestellt werden. Bei bereits bestehendem Pflegegrad kann sich durch das Akutereignis eine Höherstufung ergeben – mehr dazu in meinem Artikel zur Pflegegrad-Höherstufung.
Schritt 5: Übergangslösungen kennen
Wenn zu Hause noch nicht alles bereit ist, kann eine Kurzzeitpflege-Einrichtung die Lücke überbrücken. Auch eine vorübergehend intensivere ambulante Unterstützung ist möglich, bis sich die Situation stabilisiert hat.
Wie ich helfe
Genau in dieser Phase übernehme ich bei GemsLeben die kurzfristige Koordination: Ich spreche mit dem Sozialdienst der Klinik, organisiere Hilfsmittel und Pflegedienst und sorge dafür, dass zu Hause alles bereitsteht, wenn Ihr Angehöriger entlassen wird. Mehr dazu auf meiner Seite Pflege nach Krankenhaus & Reha.
Das Wichtigste in Kürze
- Nutzen Sie das gesetzlich vorgeschriebene Entlassmanagement der Klinik.
- Klären Sie frühzeitig den tatsächlichen Unterstützungsbedarf zu Hause.
- Organisieren Sie Pflegedienst und Hilfsmittel, sobald der Entlassungstermin feststeht.
- Prüfen Sie einen (neuen oder höheren) Pflegegrad-Antrag.
- Nutzen Sie Kurzzeitpflege als Übergangslösung, wenn nötig.

Doreen Gemsleben
Ich begleite Familien in der Lausitz und deutschlandweit bei der Organisation der Pflege – persönlich, unabhängig und verständlich.
Weitere Ratgeber-Artikel
- Überforderung als pflegender Angehöriger: Was hilft wirklichErschöpfung, Schuldgefühle, keine Zeit für sich selbst: Anzeichen von Überforderung erkennen und konkrete Entlastungsmöglichkeiten nutzen.
- Pflege der Eltern aus der Ferne organisierenSie wohnen weit weg von Ihren pflegebedürftigen Eltern? Diese Strategien helfen, die Versorgung trotzdem gut zu organisieren.
- Wenn Mutter oder Vater nicht mehr allein leben kannAnzeichen erkennen, das Gespräch führen und Alternativen finden: Was tun, wenn ein Elternteil nicht mehr allein zurechtkommt?

